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Im
Blickpunkt: Volksentscheid zur Schulzeitverkürzung?
Die Elterninitiative
Bad Brückenau hat folgende Informationen zusammengetragen:
Nach Auskunft
von Thomas Mayer vom Beratungsbüro Mehr Demokratie e.V.
muss die Landtagsentscheidung keineswegs abgewartet werden.
Man kann jederzeit eine Gesetzesänderung (positiv gesetztes
Recht) auf den Weg bringen. In diesem Fall wird der entsprechende
Art. des BayEUG durch eine Fristenregelung und einen (anderen)
Einführungsmodus ersetzt. Die Zustimmungspflichtigkeit,
insbesondere die Verfasstheit der Lehrerkonferenz als mitentscheidendes
Gremium, müsste aber juristisch erst geprüft werden.
Zum Download
hier: Gesetzentwurf für
einen möglichen Volksentscheid!
Diskussionsbedarf?
www.lsv-board.de!
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- Süddeutsche
Zeitung, 18.2.04:
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- Die
Angst vor der Niederlage Philologen verzichten vorerst auf
Volksbegehren gegen das G 8 /Von Christine Burtscheidt
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- Es
gab schon bessere Zeiten für die bayerischen Philologen.
Damals, als ihr Mitglied Hans Zehetmair noch die Schulgeschäfte
führte und auf den Rat des mächtigen Gymnasiallehrerverbands
schwor. Dieser formulierte an Reformen mit, gelegentlich
sogar richtungsweisend wie bei der sechsjährigen Realschule
(R 6), allerdings nicht immer zur Freude der Kollegen vom
Bayerischen Lehrerverband (BLLV). Beim Umbau des Gymnasiums
haben die Philologen nun aber ihr Mitspracherecht verloren.
Als kompromisslose Kritiker einer Schulzeitverkürzung
erlebten sie über Nacht eine Demontage vom engen Berater
zum einfachen Bittsteller. So schnell kann es im CSU-regierten
Bayern gehen, wenn einer nicht will. Als jetzt die Landtagsfraktion
für das G 8 votierte, kam es zur offenen Konfrontation.
Die einstigen Freunde kündigten ein Volksbegehren an.
Doch daraus wird wohl nichts werden. Anfang der Woche kamen
die bayerischen Philologen auf einer Vorstandssitzung zu
dem Schluss, das Ganze vorerst zu verschieben: "Das
ist zurzeit keine Handlungsoption. Wir behalten sie uns
jedoch vor, wenn noch mehr Mängel auftreten",
sagt der amtierende Bundesvorsitzende Heinz-Peter Meidinger.
Nun, Gründe gäbe es für den Verband schon
jetzt zur Genüge. Die Spitze zitiert sie seit Wochen
rauf und runter: der drohende Qualitätsverlust durch
den Abbau der Stundentafel und die weitere Reduzierung des
Lehrplans, die völlig ungeklärte Mittagsbetreuung
sowie die Mehrarbeit für die Lehrer. Es sind andere
Überlegungen, die den Verband zurückhalten, den
Trumpf Volksbegehren auszuspielen. Er könnte womöglich
nicht zum Sieg, sondern zur Niederlage führen. Erst
vor vier Jahren hatte der BLLV gemeinsam mit den Eltern
und der Landtagsopposition ein Volksbegehren gegen die R
6 angestrengt. Es scheiterte kläglich mit nur 5,7 Prozent.
Und das, wie die Initiatoren damals erklärten, nicht
nur wegen des mangelnden Interesses der Bürger an Bildung.
Tatsächlich fiel das Votum auch so schlecht aus, weil
viele Eltern - gerade auf dem Land - die R 6 herbeisehnten.
Ähnlich würde es auch den Philologen mit dem G
8 ergehen. Die Wenigsten lehnen eine kürzere Schulzeit
ab. Die eigentliche Kritik entzündet sich an der übereilten
Entscheidung und ihren Folgen, einem allzu hastig zusammengeschusterten
Konzept. Selbst SPD-Fraktionschef Franz Maget sieht keine
Chancen für ein Volksbegehren. Die Philologen sind
also gut beraten, davon Abstand zu nehmen. Der BLLV brauchte
Jahre, um sich von seiner Niederlage zu erholen. Dem Verband
bleibt es aber unbenommen, in seiner neuen Oppositionsrolle
einen Strategiewechsel zu vollziehen, der nach den Worten
von Meidinger lautet: "Wir müssen gewerkschaftlicher
werden." Zum Streik wie die GEW werden die Philologen
aber sicher nicht aufrufen. Besser freilich wäre es,
die CSU würde die Philologen wieder ins Boot holen,
jetzt da die Entscheidung getroffen ist. Ohne deren 23 000
Mitglieder wird das G 8 nicht funktionieren.
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- Christine
Burtscheidt
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