|
... kreativ sein und kreativen
Widerstand leisten ...!
SchülerInnen haben keine starke Lobby, aber trotzdem kann man es
schaffen, auf Missstände aufmerksam zu machen. Hier ein paar mehr oder
weniger kreative Ideen, was man machen kann, wenn’s mal wieder brennt
weil das Kultusministerium irgendwelche Idiotien durchsetzen will...
Die vorgestellten Aktionen sind nur umrissen und auch nur Anregungen.
Vielleicht ist ja was dabei, das ihr an eurer Schule umsetzen könnt.
Die
Aktionen sind nicht spezifisch auf Schulzeitverkürzung ausgelegt und
können auch für andere Widerstände verwendet werden.
Aber gerade beim Punkt Schulzeitverkürzung werdet ihr auf relativ
wenig Widerstand aus den Direktoraten stoßen, da die meisten
DirektorInnen selbst gegen Schulzeitverkürzung sind.
Es ist an
euch, sich zu wehren!
Und hier ein paar Vorschläge:
Schulstreik
Die wohl wirkungsvollste, zugleich aber auch schwierigste Aktion, die
man an seiner Schule als SchülerIn durchführen kann: Einfach Streiken.
Wichtig ist, möglichst alle SchülerInnen auf seiner Seite zu haben,
dann kann auch nicht so viel passieren. Während dem Streik ein
möglichst cooles Bild abgeben, sich nicht unbedingt besaufen oder so.
Am besten Arbeitskreise anbieten, Diskutieren, Spiele spielen.
Vielleicht die Presse anrufen, damit die vorbei kommen und über den
Schulstreik berichten. Oder vielleicht auch mal im Kultusministerium
anrufen und berichten, dass die SchülerInnen der Schule soundso
streiken und dann die Gründe nennen.
Es können natürlich harte Konsequenzen – gerade in Bayern – drohen.
Aber erstens ist es unwahrscheinlich, dass die halbe Schule einen
Verweis bekommt und zweitens ist ein solcher auch recht schnell wieder
vergessen. Ärgerlich könnte es für die OrganisatorInnen eines Streiks
werden. Es soll schon Fälle gegeben haben, dass diese von der Schule
geworfen worden sind. Aber auch das sollte kein Hindernis sein, dieses
Mittel zu ergreifen, wenn es wirklich notwendig ist!
SchülerInnen
informieren
Sollte eigentlich immer und bei allem gemacht werden.
Diskussionsrunden organisieren, zu Infonachmittagen einladen und
vielleicht auch gemeinsam mit MitschülerInnen dann ein Papier zu
erarbeiten, welches man verbreiten kann.
Die Durchführung eines Infonachmittags kann einem niemand verbieten,
man benötigt auch nicht viel außer Informationen, welche man
weitergeben kann. Dazu kann man natürlich immer die Bezis anrufen oder
einfach auf der Internetseite der LSV (www.lsv-by.de)
nachschauen, die LSV hält in der Regel Info-Material wie Wandzeitungen
bereit.
Schnorren
Nicht unbedingt wirkungsvoll, macht aber auf die Lage aufmerksam. Zum
Beispiel während der Pause in die Aula ein Riesensparschwein
aufstellen mit der Aufschrift „Spart auch ihr an der Bildung“ oder so.
Damit erreicht man wenigstens mit Glück ein bisschen Interesse für die
momentane Situation.
Interessant könnte auch sein, aus der Schule hinaus zu gehen.
Schnorren – und damit auf die Einsparungen im Bildungsbereich
aufmerksam machen – kann man überall: In der Stadt, in öffentlichen
Verkehrsmitteln, ... oder an zentralen Straßen Geld für Schulbücher
schnorren – das ist auf jeden Fall öffentlichkeitswirksam.
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und prinzipiell besteht auch
keine große Gefahr.
Wanddiskussion
SchülerInnen dürfen nie ihre Meinung sagen... Wieso stellt man nicht
einfach in die Aula eine große Pinnwand auf, auf deren Mitte mit
großer Schrift das Thema einer Entscheidung des Kultusministeriums
geschrieben ist (z.B. „Schulzeitverkürzung – gleich viel Stoff in
weniger Zeit?“). SchülerInnen können dann ihre Meinung auf Zettel
schreiben und diese an die Pinnwand hängen. Am besten man sammelt die
Meinungen und leitet sie –
|
|
Abgeordnete anhauen
Ist politisch wohl ziemlich wirkungsvoll. Einfach zu dem
Wahlkreisabgeordneten gehen und sagen, was man von den momentanen
Überlegungen hält. Auch Monika Hohlmeier ist nicht absolut und wenn
alle CSU-Abgeordneten berichten, dass es ganz viel Kritik an dem
Vorhaben gibt, ist es auch für die Staatsregierung schwierig,
irgendetwas durchzusetzen. Deswegen zu den Landtagsabgeordneten gehen,
ihnen eMails schreiben, sie anrufen, andere MitschülerInnen
mitzuziehen. Manchmal bringt auch das etwas und immerhin gehört das
sogar zu den demokratischen Rechten, die jede(r) in Bayern haben
sollte. Die eMail-Adressen aller Abgeordneten findet ihr hier in der
Rubrik "Kontakt zum Landtag" in der Leiste ganz rechts.
Unterschriften
sammeln
Sammelt an eurer Schule Unterschriften gegen ein Vorhaben und schickt
diese dann an den Landtag, an das Kultusministerium, an die Presse, an
euren Wahlkreisabgeordneten, ... Auch damit kann man zeigen, dass ganz
viele SchülerInnen mit der momentanen Bildungspolitik nicht
einverstanden sind.
T-Shirts/Buttons/Plakate
Mit kreativen Sprüchen versehen und an den Körpern ganz vieler
SchülerInnen bzw. den Wänden der Schule sind T-Shirts, Buttons oder
Plakate (oder Aufkleber oder ...) eine gute Möglichkeit, auf
Missstände aufmerksam zu machen (Beispiel LSV – T-Shirt „Ich find’s
geil, bevormundet zu werden“)
SchülerInnenzeitung
Immer mit der SchülerInnenzeitung zusammenarbeiten und Artikel
schreiben, Interviews führen usw. Die SZ ist immerhin das Sprachrohr
der SchülerInnen!
Theater
Wieso nicht mal richtig kreativ sein und ein Theater in der Aula oder
vor der Schule auf der Straße veranstalten. Wie kann man
Schulzeitverkürzung darstellen? Irgendwelche Ideen habt ihr bestimmt,
die muss man nur umsetzen und wieder hat man eine Möglichkeit, mit
Witz und Charme *g* auf einen Missstand aufmerksam zu machen.
Podiumsdiskussion
Auf einer Podiumsdiskussion kann man dem örtlichen Abgeordneten mal
seine Meinung sagen und andere Schüler über Missstände informieren.
Ist auch nicht so schwer zu organisieren
Leserbriefe
schreiben
Schreibt doch Leserbriefe an die Zeitungen vor Ort. Leserbriefe von
SchülerInnen werden sehr sehr oft veröffentlicht und sind eine gute
Möglichkeit, eine breite Öffentlichkeit über die SchülerInnenmeinung
zu informieren.
Schulvollversammlung
Ladet einfach alle SchülerInnen zu einer Schulvollversammlung in die
größte Turnhalle. Dies muss zwar mit dem Schulleiter abgesprochen
sein, ist aber auch wieder eine gute Möglichkeit, MitschülerInnen für
ein Thema zu sensibilisieren, vielleicht eine öffentlichkeitswirksame
Erklärung zu verabschieden oder auch einfach nur zu überlegen, was man
gegen eine Entscheidung des Kultusministeriums tun kann. Aber Achtung:
Schulvollversammlungen sollten richtig gut geplant werden, dass fängt
mit der Technik an und hört damit auf, dass man sich überlegen muss,
wie man die Aufmerksamkeit von etwa 1000 SchülerInnen gewinnen kann.
Aber wenn es klappt, dann erreicht man oft ein richtiges Wir-Gefühl.
|